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Im Jahr 2016 nahm die „Inobhutnahme“ der Jugendämter gegenüber dem Vorjahr um 8,5% zu – auf 84.200!

Ein Hauptgrund war die unbegleitete Einreise aus dem Ausland. Besonders erschreckend ist jedoch, dass 21.700 Kinder unter 14 Jahre alt waren. Und in dieser Gruppe überwog als ausschlaggebender Grund die Überforderung der Eltern!

Man muss sich vor Augen führen, dass hinter jedem Kind eine eigene traurige Geschickte mit oft lebenslanger Traumatisierung steckt. Vielleicht wird es Zeit, dass wir uns neu die Verantwortung vor Augen führen, die Elternschaft mit sich bringt. Plötzlich haben unsere Taten unmittelbare Auswirkung auf das Leben eines Menschen, der zu einem großen Teil direkt von uns abhängig oder sogar hilflos ist.

Ich stelle mir manchmal durchaus die Frage, ob eine Art „Elternführerschein“ mit Beginn der Schwangerschaft, oder spätestens mit der Geburt des Kindes, nicht durchaus sinnvoll sein könnte – für beide Elternteile. Ist zwar nur eine Idee ohne Erfolgsgarantie, aber einfach alles beim Alten zu belassen wird auch keine Verbesserung bringen …

Quelle: Arzt & Wirtschaft Pädiatrie, Ausgabe 5, September/2017