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Kinderärzte haben einen wichtigen Verbündeten – Vertrauen. Natürlich benötigt jeder Arzt das Vertrauen der Patienten – nicht nur der Kinderarzt. Bei Kindern ist es jedoch noch einmal so wichtig, eine Vertrauensbeziehung herzustellen. Kinder müssen wissen, dass sie dem Wort eines Erwachsenen vertrauen können. Ansonsten können wir ihnen die wertvollsten Informationen und Ratschläge mit auf den Weg geben – ohne Ergebnis.

Wie oft kommt es vor, dass wir unseren Kindern etwas versprechen, zum Beispiel einen Stadtbummel, eine Fahrradtour oder einfach eine gemeinsam miteinander verbrachte Zeit. Und wie oft passiert es dann, dass wir unserem Nachwuchs eingestehen müssen „Tut mir leid, aber mir ist etwas dazwischen gekommen.“

Es mag sicher unvorhergesehene Dringlichkeiten geben, die einen solchen Satz gelegentlich (!) rechtfertigen. Doch die Botschaft, die immer wieder vermittel wird, lautet „Man kann Papa oder Mama nicht trauen. Meistens halten sie ihre Versprechen nicht.“ – Das Ergebnis wird sein, dass unsere Kinder uns imitieren und schließlich selbst Dinge sagen, auf die andere sich nicht verlassen können. Verletzungen, Streit und Stress sind vorprogrammiert.

Vielleicht ist es besser, nur soviel zu versprechen, wie man halten kann. Kaum ein Kind wird es als Vertrauensbruch ansehen, wenn Papa sagt „Ich versuche, heute etwas eher nach Hause zu kommen. Ich kann es nicht 100%ig versprechen, aber ich werde mir Mühe geben. Wenn ich es schaffe, gehen wir noch Fußball spielen – ok?“

Kommt Papa dann rechtzeitig, ist die Freude groß – wenn nicht, hält sich die Enttäuschung in Grenzen… und das Vertrauen bleibt gewahrt.