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Ich mag es ja, wenn Dinge effizient gestaltet werden, insbesondere das Schulsystem. Doch mittlerweile habe ich den Eindruck, wir sind auf dem Weg einer Abwärtsspirale. Nicht, dass die Schüler grundsätzlich unwillig sind. Auch haben sicher die Lehrer in der Regel die besten Absichten und viele bemühen sich redlich.

Doch nun überlegen Sie mal: Ein Angestellter arbeitet im Schnitt 7,5 – 8 Stunden am Tag. Mittagspause kommt dazu. Bei Mehrarbeit sprechen wir in der Regel von Ausnutzung oder es wird eine entsprechende Vergütung verlangt, z.B. in Form von Freizeitausgleich oder Bezahlung. Mir ist klar, dass es auch Unternehmen gibt, die eher an Ausbeuter erinnern – aber das sollte eh nicht Schule machen.

Aber nun treffe ich minderjährige Schüler, die locker von 8:00 bist 18:00 Schule haben, selbst wenn es eine Mittagspause oder 1-2 Freistunden dazwischen gibt. Diese fallen abends kaputt mit der Tür ins Haus, sollen womöglich noch Hausaufgabe und Klausurvorbereitungen absolvieren können. Könnte es sein, dass unser G8-System einfach ineffizient ist? Die Idee mag man ja gut finden, aber weniger Zeit bedeutet doch auch, dass man den Unterrichtsstoff „entschlacken“ muss. Es gibt sicher einige Dinge, die für die Praxis entbehrlich sind, so weh es auch bestimmten Fachbereichen tun mag. Und solange wir kein Curriculum gefunden haben, was in 8 Gymnasialjahre hineinpasst, ohne Schüler psychisch und phyisch auszulaugen, sollten wir überlegen, ob hier nicht endlich ein praxistauglischer Ansatz gefunden werden kann. Oder lasst den Schülern halt das zusätzliche Schuljahr. Nicht umsonst gehen in manchen Bundesländern die Schulnoten rapide bergab…