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Ich bin von Natur aus kein EDV-Freak. Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die sich gerne noch bei einer Tasse Kaffee mit echten Menschen unterhält oder auch mal ein Telefonat führt. Allerdings ist diese Form der Kommunikation bei vielen gar nicht mehr auf dem Schirm. Ist es Ihnen auch schon mal passiert, dass Sie wichtige Information verpasst haben – nur weil der andere dachte, dass man ständig via SMS, Facebook-Messenger, WhatsApp oder sonst wie erreichbar ist?

Ist schon witzig, wenn man sich für 20:00 Uhr verabredet hat, um 19:55 seine SMS checkt und feststellt, dass der andere um 17:00 eine Nachricht mit der vielsagenden Zeile geschickt hat „Kann nicht. Gruß TP“. Liegt es an mir, ist das heute der Standard der Kommunikation?

Es gibt 13-Jährige, die keinen deutschen Satz korrekt sprechen oder schreiben können, aber dafür alle Emoticons im Schlaf kennen und eine SMS oder WhatsApp-Message schneller tippen als sprechen – wohlgemerkt: in ABKÜRZUNGEN! Wehe dem, der die nicht beherrscht. 🙂

Obwohl Facebook offiziell erst ab 13 freigegeben ist, verwundert es kaum, dass sich Kids mit falscher Altersangabe dort tummeln – und zwar ohne Ende. Ich will kein Spielverderber sein – aber es gibt Schulen, in denen man ohne Facebook-Account gar keine Unterrichtsunterlagen mehr bekommt! In diesem Fall sollte man den Kids vielleicht einen Kurs spendieren, der das Thema „Privatsphäre“ im Social Media Bereich nahe bringt. Leider kein Witz!

Die „Facebook-Parties“ sind ja nur die Spitze des Eisberges. Dass allerdings viele ihre Fotos für alle öffentlich zugänglich ins Netz stellen ist wohl gar nicht mehr lustig (viele davon sollte man dringend für sich behalten). Ein Bild von Papa im Unterhemd und mit dem Bier in der Hand kommt vielleicht bei dessen Chef nicht so gut an. Oder wie wäre es mit der Nachricht „Wir sind jetzt 3 Tage weg.“ – natürlich möglichst mit Adressangaben, die für alle sichtbar sind. Es soll sogar Leute geben, die ein Scan ihres Personalausweises im Netz gepostet haben.

Irgendwie gehen die Entwicklungen schneller voran, als das Wissen mithält. Vielleicht wäre es gar nicht schlecht, nicht jeden Trend als erster mitzumachen und stattdessen zu überlegen: BRAUCHE ICH DAS?

Ich habe mich zumindest für ein moderates Tempo entschieden – auch auf die Gefahr einmal etwas zu verpassen. 🙂