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Im Alltag bin ich – wie wahrscheinlich die meisten von uns – im Wesentlichen mit den Dingen beschäftigt, die uns unmittelbar angehen. Da werden Medikamente verschrieben, Untersuchungen vorgenommen, Tipps gegeben, Gespräche mit Personen vor Ort geführt. Als Notarzt ist man dann schon desöfteren mit persönlichen Tragödien konfrontiert.

Dass aber fast der ganze Globus mittlerweile miteinander vernetzt ist, dass Katastrophen, wie sie nun in Japan eingetreten sind, plötzlich Millionen oder sogar Milliarden von Menschen betreffen können, übersteigt oft unser alltägliches Vorstellungsvermögen. Mir wird dadurch (wieder einmal) bewusst, dass unser Handeln in der Regel auch andere Menschen betrifft – und dass wir als Menschen diese Welt bei Weitem nicht im Griff haben.

Meine Hoffnung und Gebete sind, dass die Katastrophe in Japan nicht noch weiter eskaliert, dass Menschen Hilfe erfahren und sogar Wunder der Bewahrung, dass Vermisste wieder gefunden und auseinandergerissene Familien zusammengeführt werden und dass eine radioaktive Verseuchung – auch durch günstigere Wetterbedingungen – vermieden werden kann…